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Wahlprüfsteine der Fachschaftsräte zur StuPa-Wahl 2021/22

Als verschiedene Fachschaftsräte und Fachschaftsaktive setzen wir uns im Zuge der Wahlen zum Studierendenparlament für demokratische, transparente und involvierende Wahlen ein. Wir sehen es als unsere Aufgabe Euch, unsere Kommiliton:innen, über die Wahlen aufzuklären und Euch damit zu ermöglichen eine bewusste, informierte und Euren politischen Auffassungen entsprechende Wahlentscheidung zu treffen.
Deshalb haben wir Wahlprüfsteine, d.h. Fragen an alle kandidierenden Listen zum Studierendenparlament, aus FSR-Perspektive entwickelt. Die Wahlprüfsteine decken die für uns aktuell wichtigsten Themenbereiche der Hochschulentwicklung (Präsenz, Hochschulfinanzierung, Studienreform, Hochschuldemokratie. Wissenschaftspolitik und Soziales) ab.

Wir haben die Wahlprüfsteine am 20. Dezember 2021 an die zum Studierendenparlament kandidierenden Listen geschickt und um die Beantwortung der Fragen gebeten, um Euch eine informierte Wahl zu ermöglichen. Bisher sind bei uns Antworten folgender Hochschulgruppen / kandidierender Listen eingegangen: Liste 8: Liste LINKS Offene AusländerInnenliste * Linke Liste * andere Aktive; Liste 15: SDS* – Sozialistisch-Demokratischer Studierendenverband; Liste 18: harte zeiten – junge sozialist:innen & fachschaftsaktive. Die Antworten dieser Listen findet Ihr ab spätestens Sonntag, den 9. Januar 2021 untenstehend – viel Spaß und sinnvolle Erkenntnisse beim Lesen!

Von den restlichen der 22 zum StuPa kandidierenden Listen haben wir bisher leider noch keine Rückmeldungen auf unsere Fragen erhalten, werden diese jedoch an dieser Stelle ergänzen, falls die Antworten nachgereicht werden.

Wir hoffen, dass die Wahlprüfsteine eine sinnvolle und aufklärende Anregung für Eure Wahlentscheidung sind! Hier findet Ihr zudem ein Wahlaufklärungsflugblatt zur Bedeutung des Studierendenparlaments und einer weltanschaulichen Wahl, welches wir gemeinsam als Fachschaftsräte geschrieben haben.

Wählen könnt Ihr in der Woche vom 10. – 14. Januar 2021 an verschiedenen Urnen am Campus (u.a. WiWi-Bunker / VMP 5). Dafür benötigt Ihr nur Euren Studierendenausweis.

Von: FSR Erziehungswissenschaft, FSR Holzwissenschaften, FSR Lehramt – Allgemeinbildende Schulen, FSR Sozialökonomie, FSR Sozialwissenschaften und weiteren Fachschaftsaktiven


Wahlprüfsteine der Fachschaftsräte zu den StuPa-Wahlen 2021/22

Fragen an alle kandidierenden Listen zum Studierendenparlament aus FSR-Perspektive, insbesondere in Reflexion der letzten zwei Jahre (Corona-Pandemie, Eindämmungspolitik und Hochschullockdown):


1. Hochschulfinanzierung: Welche besonderen Herausforderungen seht ihr im Bereich der Hochschulfinanzierung, und welche Rolle spielen wir als Studierendenschaft für Lösungsperspektiven?

Liste 8 – Liste LINKS:

Bescheidenheit ist keine Zier und obendrein unrealistisch. Die Gestaltungsansprüche an der Gesellschaft vor und während des Studiums sind weit höher als die gegebenen Möglichkeiten, diese zu verfolgen. Hinaus aus der Enge eines auf Leistung getrimmten Studiums! Die eigenen und gemeinsamen Ansprüche zu erweitern bedeutet immer mit für die allumfängliche Ausfinanzierung der Universität zu kämpfen. So gilt es statt sich als Universität gegen andere Einrichtungen ausspielen zu lassen, über die Kooperation mit diesen hin zu der vollumfänglichen Umsetzung der SDGs zu kommen. Wo wir dafür das Geld her kriegen kann man an der Schulden und Vermögensuhr neben dem Hauptgebäude unserer Universität ablesen. (https://www.fsrk.de/uhr)

Weitere Informationen zum Problem der Unterfinanzierung: (https://lecture2go.uni-hamburg.de/l2go/-/get/v/44369).

Außerdem streiten wir gemeinsam mit anderen gesellschaftspolitischen Akteuren für die Streichung der Schuldenbremse. (https://schluss-mit-austeritaet.de/)

Liste 15 – SDS*:

Die finanzielle Lage der Hochschule(n) ist nicht gut. Es stehen immer mehr Kürzungen ins Haus, wo es doch gerade jetzt mehr Wissenschaft, Rationalität und Bildung zu mündigen Persönlichkeiten braucht. Die Finanzierung sollte am (demokratisch durch die Mitglieder zu bestimmenden) Bedarf orientiert sein. Die fortgesetzte Mittelverknappung (trotz dauerhaft steigender gesellschaftlicher Produktivität und Anhäufung unfassbarer privater Vermögen) – auf ideologischem Kurs der Schuldenbremse – stiftet Konkurrenz auf allen Ebenen um Forschungsmittel, Arbeitsverträge und Studienplätze und richtet so erheblichen Schaden an. Eine bedarfsorientierte öffentliche Finanzierung, befreit vom Druck der ökonomischen Verwertbarkeit befördert dagegen die Kooperation zur freien und gemeinwohlorientierten Forschung, Lehre und Bildung, die sich die Lösung der gesellschaftlichen Herausforderungen zum persönlichen Anliegen macht, gegen bestehende gesellschaftliche Machtverhältnisse rational Aufklärung betreibt und Emanzipation befördert. Die Kooperation mit anderen gemeinwohlorientierten und öffentlichen Bereichen zur Überwindung dieser Politik ist besondere Verantwortung von Wissenschaft, Universität und Studierendenschaft und eröffnet die große Möglichkeit für weitreichende soziale Verbesserungen, international solidarische Beziehungen und kultureller Entfaltung und Bildung Aller. In diesem Verständnis sind wir aktiv in der Kampagne „International Solidarisch – Schluss mit Austerität“.

Liste 18 – harte zeiten:

„Und wenn jeder im Volke in den Stand gesetzt ist, sich alle beliebigen Kenntnisse zu erwerben, werdet ihr bald auch ein intelligentes Volk sehen.“ (Heinrich Heine)

Die Durchsetzung sozial offener „Massenuniversitäten“ ist weltweit Teil emanzipatorischer Kämpfe. Ihre schrittweise Verwirklichung, besonders in den 1960er Jahren, macht wissenschaftliche Bildung tendenziell allen zugänglich; die Hierarchie der kapitalistischen Gesellschaft wird damit radikal-demokratisch in Frage gestellt. Es ist daher schon seit den späten 1970er Jahren in allen westlichen Ländern Anliegen der Herrschenden, zwar eine hohe Zahl wissenschaftlich-technisch qualifizierter Menschen auszubilden, zugleich aber – durch finanzielle Knappheit – die Unis und die Studierenden dauernd unter Anpassungsdruck zu setzen.
Aktuell wird diese Mangelfinanzierung zugespitzt. Regierungen und Parlamente müssten die Kosten der Pandemiekrise durch Steuern auf große Erbschaften, Vermögen und Kapitalerträge finanzieren; dies wird aber aus Opportunismus gegenüber den Reichsten nicht getan. Stattdessen soll die nicht vermögende Bevölkerung zahlen; die „öffentliche Hand“ ist kühl und arm.

Nicht nur für unsere Uni bedeutet dies: Wir müssen solidarisch für Umverteilung von Oben nach Unten und für mehr öffentliche Investitionen kämpfen. Die „Schuldenbremse“, die dem Staat solche Investitionen verbietet, gehört abgeschafft. Mehr dazu unter: https://schluss-mit-austeritaet.de/
Akut droht die Hamburgische Regierung, mit der Reduzierung von Flächen der Hochschulen, der Verschlechterung der sog. Betreuungsrelation, und damit, die Reform der Lehrerbildung nicht zu finanzieren. Wieder sind Fächer (z.B. Holzwissenschaften) akut von Streichung bedroht. Zusätzlich führt die Verteilung von öffentlichen Mitteln in Wettbewerben (z.B. „Exzellenzinitiative“) dazu, dass relativ gefällige Forschungscluster die knappen Gelder anziehen, während für Studium und Lehre, mitgliedernahe Verwaltung und gute Arbeitsverhältnisse für die Mehrheit, immer weniger übrig bleibt. Kritische und ungewöhnliche Wissenschaften werden dabei verdrängt.

Es ist die Aufgabe der Verfassten Studierendenschaft breite gesellschaftliche Bündnisse für die Überwindung der immer krasseren sozialen Ungleichheit zu organisieren und einen Richtungswechsel in der Verteilung des gesellschaftlichen Reichtums mit durchzusetzen: Bildung, Wissenschaft, Gesundheit, Soziales und Kultur – zusammen! Dies ist der Horizont, mit dem der Kampf für demokratische Verfügung über die Mittel in der Uni, für Verbesserung der Finanzierung von Studium und Studierendenwerk (Wohnheime, Mensen) und für eine Studienreform, die diesen Namen verdient (z.B. Masterplätze für alle) aussichtsreich wird. Bündnispartner:innen sind nicht schwer zu finden.


2. Wissenschaftspolitik:

Wissenschaftliche Freiheit in gesellschaftlicher Verantwortung
Die Mitglieder der Universität wollen die universitären Aufgaben in der Verbindung von Forschung und Lehre, Bildung und Ausbildung in wissenschaftlicher Unabhängigkeit erfüllen. Sie wollen zur Entwicklung einer humanen, demokratischen und gerechten Gesellschaft beitragen und Frauen und Männern gleichen Zugang zu Bildung und Wissenschaft eröffnen.“ (Leitbild der Universität Hamburg)
Welche Aufgaben ergeben sich Eurer Auffassung nach daraus für uns als Verfasste Studierendenschaft?

Liste 8 – Liste LINKS:

Lob des Lernens

Lerne das Einfachste! Für die
Deren Zeit gekommen ist
Ist es nie zu spät!
Lerne das Abc, es genügt nicht, aber
Lerne es! Laß es dich nicht verdrießen!
Fang an! Du mußt alles wissen!
Du mußt die Führung übernehmen.
Lerne, Mann im Asyl!
Lerne, Mann im Gefängnis!
Lerne, Frau in der Küche!
Lerne, Sechzigjährige!
Du mußt die Führung übernehmen.
Suche die Schule auf, Obdachloser!
Verschaffe dir Wissen, Frierender!
Hungriger, greif nach dem Buch: es ist eine Waffe.
Du mußt die Führung übernehmen.

Scheue dich nicht zu fragen, Genosse!
Laß dir nichts einreden
Sieh selber nach!
Was du nicht selber weißt
Weißt du nicht.
Prüfe die Rechnung
Du mußt sie bezahlen.
Lege den Finger auf jeden Posten
Frage: Wie kommt er hierher?
Du mußt die Führung übernehmen. (Bertold Brecht, 1932)

In Ergänzung zum Leitbild hat sich die Uni den SDG’s (Nachhaltigkeitszielen) der Vereinten Nationen angenommen. Die Erfüllung dieser notwendigen Ziele ist Teil von “Wissenschaft in gesellschaftlicher Verantwortung”. Jedoch geht es nicht darum, diese für andere umzusetzen, sondern jeden in die Lage zu bringen Teil der Umsetzung dieser zu sein. In diesem Sinne gilt es sich viel mehr als gestaltender Teil der Gesellschaft und damit auch der Uni zu verstehen. Die Konkurrenz im Studium über Prüfungen und andere Restriktionen muss abgeschafft werden. Ein jeder soll die Möglichkeit haben sich übers Studium die Gesellschaft in ihrer Gewordenheit anzueignen, kritisch zu hinterfragen und zur bewussten Veränderung dieser zu kommen. Dafür stellen wir schon jetzt an Infotischen, in Filmseminaren und vielem mehr die Welt zur Diskussion. Diese Möglichkeiten auszuweiten und über die Universität hinaus zu tragen ist gemeinsame Aufgabe.

Liste 15 – SDS*:

„Ich verstehe unter Wissenschaft […] die Perspektive der Verwirklichung von anspruchsloser Gerechtigkeit, gewaltloser Freiheit und unbedingtem Frieden.“ (Peter Fischer-Appelt, Präsident der UHH 1970-1991)

Frieden, soziale Gleichheit und Antifaschismus sind Menschheitsaufgaben für deren Verwirklichung alle Bedeutung haben. An den Orten der Bildung und der Wissenschaft sind unsere Bedingungen besonders gut, die Ursachen der Menschheitsprobleme zu verstehen und zu ihrer Lösung beizutragen. Alle sind aufgerufen sich mit dafür einzusetzen. Für Zivilklauseln in den Fakultäten, denn Friedenswissenschaft als Leitwissenschaft ermöglicht erst allen Disziplinen ihr Potenzial zur positiven Entwicklung der Welt auszuschöpfen. Für Dies Academici und Themensemester zu den Fragen: Wie lösen wir die aktuelle Krise? Wie realisieren wir als Wissenschaft die Sustainable Development Goals der UN? Für ein Studierendenparlament als Forum in dem wir unser gesammeltes Wissen als Universität für die Bearbeitung dieser Fragen und das Eingreifen in die gesellschaftlichen Auseinandersetzungen kooperativ nutzen.

Liste 18 – harte zeiten:

Das Uni-Leitbild ist selbst Ergebnis studentischer Kämpfe. Es entstand 1998 in gruppenübergreifender Diskussion gegen hohen gesellschaftlichen Druck zur Zurichtung von Forschung, Lehre und Studium auf mutmaßliche Markterfordernisse. Mit dem „Leitbild“ hat die Uni Hamburg ihr Selbstverständnis, Forschung, Lehre und Bildung kooperativ, internationalistisch und zum Wohl der Allgemeinheit zu verwirklichen, erneuert und bekräftigt. Grundsätzlich geht es darum, für Frieden, Abrüstung, Verständigung, soziale Wohlentwicklung, Nachhaltigkeit, Inklusion und Partizipation im Bewusstsein historischer und globaler Verantwortung Wissenschaft und Bildung zu betreiben. Das ist immer umstritten. Die Aufgabe der Studierendenschaft ist es, relevante gesellschaftliche Kontroversen in der Universität zu thematisieren – zum Beispiel, inwiefern Patente und Profite im medizinischen Bereich legitim oder dringend zu überwinden sind; wie weitreichend mit einer ausbeuterischen Wirtschaftsweise gebrochen werden muss, um die natürlichen Lebensgrundlagen zu erhalten; wie Recht und Gesetz mit einem humanistischen Ethos oder Naturwissenschaften mit sozialer Verantwortung und Technologiefolgeabschätzung verbunden werden können und müssen. Die durch das Grundgesetz (GG) garantierte Wissenschaftsfreiheit (Art. 5, GG)) meint nicht ein „everything goes“, sondern, dass die Wissenschaften frei von privater und staatlicher Einflussnahme sein müssen, um zur Verwirklichung der Unantastbarkeit der Würde des Menschen (Art. 1, GG) beizutragen.

Die „Sustainable Development Goals“ der Vereinten Nationen setzen das Ziel, bis 2030 den Hunger aus der Welt zu schaffen, weil dies objektiv möglich ist. Wir stehen vor der Herausforderung, den CO2-Ausstoß radikal zu reduzieren oder Nukleartechnologie (militärisch und zivil) aus der Welt zu schaffen, einschließlich ihres strahlenden Mülls. Aufgabe der Studierendenschaft ist, diese globalen Herausforderungen in den Wissenschaften nicht nur zum Gegenstand zu machen, sondern auch zu entwickeln, dass wissenschaftliche Erkenntnisse wirklich zu menschlichem Fortschritt führen.

Strukturelle Forderungen in diesem Sinne sind:

  • Massive Ausweitung von Dauerstellen im akademischen Mittelbau.
  • Höhere Wissenschaftlichkeit, praktische Problemorientierung und Muße im Studium statt Punkte-Jagd in Bachelor/Master!
  • BAföG für Alle: elternunabhängig, passunabhängig, altersunabhängig und als Vollzuschuss!
  • Zivilklauseln für alle Wissenschaften! Sie sollen allein ziviler Entwicklung dienen!
  • Ausbau internationaler Kooperationen als Beitrag zur Überwindung der globalen Ungleichheit und zur zukunftsweisenden Aufarbeitung des kolonialen Erbes!

3. Präsenz-Hochschule: Welche Bedeutung messt Ihr Präsenz für das universitäre Leben bei und welche Vorhaben ergeben sich daraus für Euch?

Liste 8 – Liste LINKS:

Hamburg

Hamburg!

Das ist mehr als ein Haufen Steine, Dächer, Fenster, Tapeten, Betten, Straßen, Brücken und Laternen. Das ist mehr als Fabrikschornsteine und Autogehupe – mehr als Möwengelächter, Straßenbahnschrei und das Donnern der Eisenbahnen – das ist mehr als Schiffssirenen, kreischende Kräne, Flüche und Tanzmusik – oh, das ist unendlich viel mehr.

Das ist unser Wille, zu sein. Nicht irgendwo und irgendwie zu sein, sondern hier und nur hier zwischen Alsterbach und Elbstrom zu sein und nur zu sein, wie wir sind, wir in Hamburg (Wolfgang Borchert)

Für das soziale Wohlbefinden sind die Gespräche mit dem Tischnachbarn, die Gespräche in der Mensa und das Knüpfen von sozialen Kontakten sowie das organisieren in Hochschulgruppen sowie in kulturellen Gruppen wie dem Uni-Chor nicht zu unterschätzen. Folglich ist Universitäres Leben ohne Präsenz nicht möglich, weshalb wir nach mehreren Semestern im (Teil-)Lockdown neu herausgefordert sind gemeinsam die Qualität des universitären Lebens zu bestimmen und zu gestalten. Denn Universität ist mehr als ein Haufen Steine, mehr als ein Haufen Gebäude, in denen ein Lehrplan möglichst effizient umgesetzt werden soll. Sie ist aus der Gesellschaft für die Gesellschaft entstanden und in ihr sollte noch mehr zu den gesellschaftlichen Problemen und den Konflikten um deren Lösungen geforscht werden. Damit das gelingt braucht es vor allem uns, die Mitglieder dieser Universität. Wir sind der gestaltende Faktor für Inhalt der Forschung und der Konflikte sowie Gestaltung des Raums in dem dies stattfindet. Die Universität ist ein Ort der sich auszeichnen sollte durch lebhafte Diskussion und Kultur, die in Musikalischem, Bildlichen und Gesprochenem sowie gesellschaftlicher Bewegung zum Ausdruck kommt und diese wiederum zur Diskussion stellt. Gerade in der Pandemie fällt es insbesondere internationalen Studierenden schwer über Online-Seminare Freundschaften aufzubauen und eine ggf. neue Sprache zu lernen. Deshalb muss gelten: auch nicht EMA geprüfte Impfstoffe aus dem Ausland sind legitime Impfungen. Wir sind dafür das niemand vom Präsenzunterricht ausgeschlossen wird.

Liste 15 – SDS*:

Es ist absolut notwendig und sinnvoll, dass Lehre und soziale Begegnungen in Präsenz an der Uni ermöglicht und ausgeweitet werden und wir die guten Bedingungen, die wir an der Uni haben nutzen. Die Universität ist eine Stätte der sozialen und kulturellen Entwicklung (bestenfalls im Sinne der Durchsetzung der Menschenrechte, statt „Produktion“ von „Humankapital“). Und nur in Präsenz können wir diese positive Bedeutung realisieren. Alle Errungenschaften des Menschen, ob der erste Werkzeug- und Hüttenbau oder die Durchsetzung der (parlamentarischen) Demokratie 1919 durch die Arbeiterbewegung, basieren auf der Grundlage der Kooperation und des produktiven Streites. Nur in Kooperation mit anderen, im Ringen um neue Kenntnisse, durch Kritik und Nachfragen, können wir uns persönlich und gesellschaftlich positiv weiterentwickeln.

Diese solidarische und lebendige Kultur (als Kontrast zu bzw. wirksam gegen Vereinzelung, Entfremdung und Eigenverantwortung) können wir als Mitglieder der Uni und als Verfasste Studierendenschaft gemeinsam schaffen, denn Studium kann kulturell mehr und erfreulich sein: Mit „Kulturwochen“ in jedem Semester, mit lebendigem Austausch zwischen studentischen Initiativen und allen Unimitgliedern, mit kritischen Orientierungseinheiten in Präsenz, mit antifaschistischen Campusrundgängen, mit Filmveranstaltungen (wie das „Kino gegen Austerität“, das wir jeden zweiten Mittwoch auf dem Campus veranstalten). Für diese Entwicklung der Uni haben alle Bedeutung – deshalb: Präsenz-Uni für alle! (https://offene-hochschulen-hamburg.de/)

Liste 18 – harte zeiten:

Solidarität ist ein menschliches Bedürfnis. Exklusion und psychische Leiden nehmen durch den Mangel an Campusleben zu. Deshalb kämpfen wir für eine sorgfältige Uni-Öffnung – einschließlich 3G, Impfaufklärung, vernünftigem Nachteilsausgleich und sozialer Sicherung. Je mehr Präsenz, desto mehr Anteilnahme, Problembewusstsein und gemeinsames Wirken für Verbesserungen. Mensch lernt in Auseinandersetzung mit anderen.

Das Universitätsleben in Präsenz muss allerdings besser werden, als es „vor Corona“ war. Leistungsdruck, soziale Unsicherheit und Studium auf schmaler Spur haben schon vorher dazu geführt, dass die Bedeutung der gemeinsamen kulturellen Weltaneignung im universitären Alltag gemindert wurde. Eine universitäre Kulturwoche, die Wiederbelebung der Gebäude und Foyers als Orte politischer, sozialer und kultureller Begegnung, ausreichend Räume für Fachschaftsräte, kulturelle Aktivitäten und studentische Cafés, Ausstellungen und einladende architektonische Gestaltung sind deshalb nötig, und vor allem: eine radikale Studienreform.


4. Studienreform:

Ziel universitärer Lehre ist es, Bildung durch Wissenschaft zu ermöglichen. Das schließt die Aufgabe ein, alle Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass die Studierenden hohe wissenschaftliche Kompetenz erwerben, ihre Fähigkeiten selbsttätig entfalten und sich als mündige Mitglieder der Gesellschaft weiterentwickeln können, die bereit und in der Lage sind, an deren sozial und ökologisch nachhaltiger, demokratischer und friedlicher Gestaltung maßgeblich mitzuwirken und für ihre Zukunftsfähigkeit Verantwortung zu übernehmen.“ (Leitbild universitärer Lehre der Universität Hamburg)
Was haltet Ihr für die nächsten Studienreformschritte zur Annäherung an das bzw. zur Verwirklichung des Leitbild universitärer Lehre und welche Rolle spielen dabei z.B. Prüfungen?

Liste 8 – Liste LINKS:

Prüfungen gehören abgeschafft! Sie sind Mittel der Konkurrenz im Studium und deswegen sind sie das Gegenteil von Bildung durch Wissenschaft. Stattdessen gilt es die 68er Forderung “Bildung für Alle” neu zu stellen und in Angriff zu nehmen. Diese Forderung zu verwirklichen geht dann sogar über das Leitbild hinaus.

Liste 15 – SDS*:

„Mit welchem Resultat könnte man studieren, wenn man nicht es mehr müßte! Wenn man es will! Wenn die Lehre durch weitgeöffnete Flügeltüren einzieht, anstatt durch widerwillig eingeklemmte Türchen, wie so oft in der Jugend!“ (Peter Panter, 1929)

Die Vorstellung, Druck durch Prüfungen würde beim Lernen helfen steht der Herausbildung von „mündigen Mitgliedern der Gesellschaft“, wie es im Leitbild formuliert ist entgegen und muss von uns überwunden werden. Die Frage von Prüfungen ist daher keine Frage danach ob, sondern was gelernt werden soll. Wir finden, dass Solidarität, Friedensbefürwortung, die Befürwortung von Aufklärung und sozialer Gleichheit gelernt werden sollen, daher wollen wir die Prüfungen abschaffen.

Alles was den Druck und die Prüfungen verringert ist daher hilfreich: mehr Studienleistungen (d.h. Kurse ohne Prüfungen), weniger Klausure

Liste 18 – harte zeiten:

Studium soll die Entfaltung der Persönlichkeit mit Verantwortung für die Welt fördern. Alle können etwas dazu beitragen, das Leben der Menschen besser zu machen. Eine positive Sinnstiftung ist – kontinuierlich – in allen Fächern zu reflektieren. Zum Wohle der Menschen beizutragen ist ein wesentlich besserer Lern-Beweger als Angst (vor schlechten Noten, nicht bestandenen Prüfungen, sozialer Unsicherheit etc.).

Studienreform heißt daher auch mehr Demokratie: Alle haben etwas dazu beizutragen, was sinnvolle Themen, Fragestellungen, Theorien und Methoden in ihren jeweiligen Fächern sind. Seminare in kleineren Gruppen, über mehrere Semester, mit problem-orientierten Fragestellungen sollten modellhaft durchgesetzt und verallgemeinert werden.

Damit die motivations-feindliche Zuteilung zu Seminaren aufhört und eine freie Wahl der Studieninhalte begünstigt wird, muss STiNE durch ein flexibleres, transparenteres und demokratischeres Organisationssystem ersetzt und das Angebot an Lehrveranstaltungen erhöht werden.

Nächste Schritte sollten sein:

  • Die Schaffung von genug Masterplätzen, damit jede:r nach dem Bachelor weiter studieren kann.
  • Die Abschaffung von Anwesenheitskontrollen zur Schaffung einer neuen Kultur des Vertrauens.
  • Stärkung und Schaffung von projektorientierten Studieninhalten und Seminarformen, die sich realen gesellschaftlichen Herausforderungen stellen.
  • Die Einführung eines Studium Generale in allen Bereichen.
  • Eine massive Reduktion der Prüfungslast. Das Konzept „Prüfungen“ ist nicht auf Höhe der Zeit und reproduziert hierarchische Verhältnisse; die meisten Prüfungssituationen sind völlig realitätsfremd. Prüfungen sind mit enormen sozialen und kulturellen Hemmschwellen verbunden. Statt der künstlich hergestellten Einzeltest-Situation und nichtssagender Noten sind reflexive und kooperativ gebildete Rückmeldungen im Gespräch eine sinnvolle Alternative, für die die Studierendenschaft kämpfen muss.

5. Soziales: Was haltet Ihr aktuell für die größten Herausforderungen und demnach notwendigsten Verbesserungen hinsichtlich der sozialen Lage der Studierenden, warum und wie habt Ihr vor diese durchzusetzen?

Liste 8 – Liste LINKS:

Die größte Herausforderung besteht in der Durchsetzung von elternunabhängigen und herkunftsunabhängigem BaFöG für alle, ohne Rückzahlungspflicht. Damit wirken wir für sozialen Ausgleich und gegen „Erfolgsdruck“. Dies erleichtert die Emanzipation vom Elternhaus, was übrigens Kinder reicher Eltern ggf. besonders nötig haben. Die Sätze des BaFöG müssen zudem erhöht werden, weil niemand unter der Armutsgrenze leben muss. Zudem sollte die Förderung unbefristet sein, denn die Gesellschaft ist reich genug und hat mehr Bildung nötigt. Zur Erreichung dieser Forderungen ist eine Zusammenarbeit der verfassten Studierendenschaft mit den anderen Mitgliedern der Hochschule wie auch dem Studierendenwerk notwendig um das Geld dort zu holen wo es liegt.

Liste 15 – SDS*:

Die Lockdown-Krise der vergangenen Jahre hat Studierende hart getroffen – finanziell, sozial, psychisch und kulturell. Soziale Verbesserungen und sofortige finanzielle Erleichterungen drängen sich immer mehr auf: Für ein freudvolles, gesellschaftsveränderndes, sinnvolles und selbstbestimmtes Studium – Für Emanzipation durch Bildung!

„Im Gegensatz zu den Bestrebungen, die Studenten bewußt in Abhängigkeit von wohlwollenden Geldgebern und Fürsorgeinstanzen zu halten, sind alle Maßnahmen zu fördern, die den tatsächlichen gesellschaftlichen Funktionen und dem Charakter des Studiums gerecht werden und die soziale Stellung des Studenten der Bedeutung seiner Tätigkeit anpassen […].“ (SDS Hochschuldenkschrift, 1961)

Deshalb: Alters-, herkunfts- und elternunabhängiges, lebensgrundlagensicherndes BAföG für Alle als Vollzuschuss – ohne Rückzahlpflicht, Bindung an die Regelstudienzeit und weitere Restriktionen. Und ein bedarfsgerecht finanziertes Studierendenwerk, das seinen sozialen (Demokratie-)Bildungsauftrag wahrnehmen kann – mit verringerten Mieten, mehr Wohnheimplätzen und Re-Kultivierung der Wohnheime als soziale Orte gegen die Vereinzelung und Individualisierung von Herausforderungen und psychischen Problemen.

Wie setzen wir das durch? Wir alle gemeinsam – in hochschulübergreifenden, gesellschaftlichen Bündnissen und im Konflikt mit der neoliberalen Eigenverantwortungs- und Schuldenbremsenideologie. Dann wird’s besser – und gut für Alle!

Liste 18 – harte zeiten:

Studieren ist eine gesellschaftlich in höchstem Maße notwendige, produktive und verallgemeinerungswürdige Angelegenheit. Es muss deshalb solidarisch gesellschaftlich finanziert werden, anstatt vom Portemonnaie der Familien abzuhängen.

Stattdessen hat soziale Not mit der Corona-Eindämmungspolitik zugenommen; auch bei Studierenden. Gleichzeitig erhöht sogar das Studierendenwerk seine Preise und verfolgt eine „Sozialpolitik“, die durch Sozialkontrolle (beim BAföG, in den Wohnheimen) eher Anpassung als Emanzipation fördert.

Wir engagieren uns deshalb mit der Devise „Solidarität statt Eigenverantwortung“ für:

  • weitere und bessere Corona-Soforthilfen ohne Rückzahlungspflicht für Alle
  • eine Ausweitung der Angebote des Studierendenwerks, insbesondere massive Investitionen für neue Wohnheime und Senkung der Mieten
  • BAföG für alle
  • die Bezahlung praktischer Anteile und verpflichtender Auslandsaufenthalte im Studium
  • erhebliche Senkung der Mobilitätskosten (Semesterticket)
  • Gebührenfreiheit des Studiums: überall! (Also auch Abschaffung des „Verwaltungskostenbeitrags“ von €50,-/Semester in Hamburg)

StuPa und AStA müssen dafür in Kooperation mit den FSRen in neuer Qualität Kampagnen initiieren, Studierende involvieren und außerparlamentarische Opposition in der Stadt sein. Die Studierendenschaft muss hamburgweit hochschul-übergreifend besser zusammenarbeiten und sich im bundesweiten „freien Zusammenschluss von Studierendenschaften“ (fzs) engagieren. Kooperation mit Gewerkschaften, gerade im Kampf um tarifliche Beschäftigung von Studierenden, sollte selbstverständlich sein.


6. Hochschuldemokratie: Welche Bedeutung messt Ihr der Hochschuldemokratie für das Durchsetzen von Verbesserungen bei und wie seht ihr dabei das Verhältnis zwischen studentischer Öffentlichkeit, Fachschaftsräten und Studierendenparlament?

Liste 8 – Liste LINKS:

“Ich verstehe unter Wissenschaft […] die Perspektive der Verwirklichung von anspruchsloser Gerechtigkeit, gewaltloser Freiheit und unbedingtem Frieden“ (Peter Fischer-Appelt, Präsident der Uni Hamburg 1970-91)

Die Hochschuldemokratie wie wir sie kennen ist Ergebnis der 68er Bewegung, die sich gegen die althergebrachten Strukturen und deren Eliten in der Universität und darüber hinaus richtete. Gegen den Krieg in Vietnam, das faschistische Erbe, Aufrüstung, sowie den Kapitalismus als solchen demokratisierten die Studierenden die Universität, damit die Wissenschaft ihrer Verantwortung mehr nachkommt. Dies ist heute neu von Nöten. Durch den Konkurrenzdruck im Studium und dann im als eigentliches Ziel angesehenes späteren Berufsleben (Wo soll das hingehen?), inszenierte Geschichtslosigkeit, sowie Unbedeutsamkeit soll jeglicher Anspruch der eigenen und gesellschaftlichen Entwicklung eliminiert werden. Doch, wie schon immer, zeigt sich der Mensch ist ein soziales Wesen und möchte alles andere als sich zu versteifen. Entgegen Lockdown und Vereinzelung veranstalteten wir am Hauptcampus die Kulturwoche, feierten den 8. Mai um weiter für ein Nie wieder Faschismus zu wirken. Ein jeder hat Bedeutung für die Umsetzung dieser und vieler weiterer Initiativen, im Konflikt hin zur gesellschaftlichen Progression. In diesem Sinne muss auch die Hochschuldemokratie weiter gestärkt werden. Das Studierendenparlament, sowie die Fachschaftsräte sollen Orte des kultivierten Konflikts werden, verbunden mit dem Anspruch diese in die Gesellschaft zu tragen.

Liste 15 – SDS*:

  1. „Es rettet uns kein höh’res Wesen,
    kein Gott, kein Kaiser noch Tribun
    Uns aus dem Elend zu erlösen
    können wir nur selber tun!“ (Die Internationale)

Hochschuldemokratie ist Voraussetzung für – und selbst schon Verbesserung. Schließlich geht es um (nicht nur) studentische Bewegung! Gesellschafts- und Wissenschaftskritisch eingreifend gegen Rechts. Das ist nicht anordnenbar und umgekehrt ist eine demokratische Kultur bereits Teil dieser Lebendigkeit. Da müssen Aktivitäten im StuPa, Fachschaftsräten und darüberhinaus einander anregen, durch regelmäßige präsentische Stupa-Sitzungen – für Alle zugänglich, regen Austausch zwischen den Fachschaftsräten und viel mehr Raum für den allgemeinen Austausch am Campus.

Liste 18 – harte zeiten:

Um all dies, was hier ausgeführt ist, zu erreichen, ist eine lebhafte demokratische Partizipation – von der Gestaltung des Seminars über den Uni-Alltag und die Hochschulgremien bis hin zum Engagement in sozialen und Friedensbewegungen – nötig.  Der Mensch ist „Zoon politikon“, also ein Wesen, das sich in der gemeinschaftlichen sozialen Gestaltung der Lebensverhältnisse entwickelt und entfaltet.

Wir müssen alle erkennen, dass wir nicht Objekte, sondern Subjekte (Gestalter:innen) unserer Gesellschaft, Geschichte und Lebensverhältnisse sind. Das ist auch die Grundsubstanz demokratischer Bildung: Selbstbewusste, solidarische Bürger:innen statt Konsumenten oder Untertanen sollten alle sein bzw. werden. Damit wird auch aus der deutschen Geschichte gelernt, in der elitäre und selektive Bildung erheblichen Anteil an der Installation des Faschismus hatte.

Hochschuldemokratie bedeutet, direkte Mitbestimmung über die Entwicklung des gemeinsamen Lern-, Arbeits- und Lebensumfeldes. Mit der Übernahme dieser Verantwortung wächst jede:r. Ohnedies erscheint einem die Universität als äußerlich und im schlechten Fall als „Lernfabrik“. Deshalb sollte die Universität weiter sozial geöffnet und wesentlich demokratischer verfasst sein.

Die Universität als Republik – nicht die „unternehmerische Hochschule“ – ist unser Leitbild. Die universitäre Mitbestimmung wurde im Zuge neoliberaler Deformen in den letzten zwanzig Jahren massiv reduziert. Zum Beispiel findet keine demokratische Präsident:innenwahl mehr statt, wie es von 1969- 2006 der Fall war. Universität ist am besten ein lebendiger Organismus von gemeinsam Lernenden. Management, Hierarchie, Konsum und Passivität sollten ihr wesensfremd sein. Als kooperativ selbstverwaltete, große Einrichtung der Gesellschaft könnte sie vielmehr Vorbild für andere gesellschaftliche Bereiche sein, die dringend zu demokratisieren sind: zum Beispiel große Unternehmen.

Alle können an diesem Prozess der (Wieder-)Aneignung und sinnvollen Gestaltung von Universität teilhaben. Am besten beginnt man in seinem Fachschaftsrat oder wendet sich an sympathische Hochschulgruppen. Wer verändern will findet Mitstreiter:innen.

 

Orientierungseinheit WiSe 2021/22

Liebe (zukünftige) Kommiliton:innen,

wir möchten euch hiermit bereits von studentischer Seite am Fachbereich willkommen heißen, herzlich zur Orientierungseinheit (kurz: OE) des Bachelor-Studiengangs „Sozialökonomie“ im Wintersemester (WiSe) 2021/2022 einladen und euch dazu vorab schon mal einige Informationen geben.

Die OE-Woche findet vom 04.10.21 bis zum 08.10.21 in Präsenz am Campus der Uni Hamburg statt. Die Tage sind als ganze Seminartage geplant, das heißt, dass ihr euch in dieser Woche von 10 Uhr bis ca. 16:30 Uhr zeitnehmen solltet, um durchweg mitmachen zu können. Mit dieser Woche wollen wir euch einen bestmöglichen und schlichtweg orientierungsgebenden Einstieg in das Studium ermöglichen. Inhaltlich werden wir uns vom grundlegenden Aufbau des Studiums bis hin zur Entstehung des Fachbereichs und darüber hinaus auch mit Möglichkeiten der Mitgestaltung auseinandersetzen. Und selbstverständlich geht es auch darum, euch (und uns) alle untereinander kennenzulernen, um die kommenden Jahre nicht allein, sondern gemeinsam angehen zu können.

Wo findet ihr zukünftig alle Infos?

Zur Bereitstellung sämtlicher Informationen, zur Einteilung in kleinere OE-Gruppen für die OE-Woche und zum weiteren Kontakt, ist ein Kurs auf der digitalen Lern- und Lehrplattform „OpenOlat“ für euch angelegt worden. Zum Beitreten klickt bitte auf diesen Link: https://www.openolat.uni-hamburg.de/auth/RepositoryEntry/208240762/CourseNode/104437034164653, hier könnt ihr euch dann mit eurer „B-Kennung“ (solltet ihr per Brief erhalten haben) anmelden.

 

Von jetzt an werden alle neuen Infos zum weiteren OE-Ablauf primär über „OpenOlat“ veröffentlicht.  Wir versuchen bis spätestens eine Woche vor der eigentlichen OE-Woche die finalen Infos zum Ablauf der OE zu veröffentlichen. Haltet da also euren Kurs im Blick und aktiviert ggf. die E-Mail-Weiterleitung an euer privates Postfach.

Solltet ihr vorab noch Fragen haben wie z.B. es nicht schaffen euch bei OpenOlat anzumelden, könnt ihr euch gerne an das studentische OE-Tutor:innen-Team wenden und eine Mail an Koordination.OE@gmail.com senden.

Wir freuen uns euch kennenzulernen und auf die gemeinsamen Diskussionen!

Euer studentisches Tutor:innen-Team der OE WiSe 21/22

Eine andere Welt ist möglich! Kundgebung am 11.9.21 in Erinnerung an den Putsch gegen Salvador Allende 1973 und in internationaler Solidarität mit dem linken Aufbruch in Lateinamerika heute

Kundgebung in Erinnerung an den Putsch gegen Salvador Allende 1973 und in internationaler Solidarität mit dem linken Aufbruch in Lateinamerika heute.
SAMSTAG, 11. SEPTEMBER 2021, 14 Uhr, ALLENDE-PLATZ
Musik von: Grupo Resistencia, Charo Mendívil, Las Chispas, Hugo Leyton, Katy Santos, Colombia Solidaria
Vor Beginn des sozialistischen Umbaus galt in Chile ein Großteil der Kinder als unterernährt, Millionen konnten weder lesen noch schreiben und 500.000 Familien waren obdachlos. In dieser Situation errang in freien Wahlen die Unidad Popular mit Salvador Allende 1970 die Präsidentschaft. In der folgenden Regierungszeit wurden u.a. die Bodenschätze verstaatlicht, ausländische Großunternehmen und Banken enteignet, 20.000 km² Land von Großgrundbesitzer*innen an Bäuer*innen und Kollektive übergeben, die Preise für Miete, wichtige Grundbedarfsmittel staatlich festgelegt und Bildung sowie Gesundheitsversorgung kostenfrei. Ab dem ersten Tag der Präsidentschaft Allendes wurde ausgehend von der Regierung der USA versucht, die (post)koloniale, imperialistische Weltordnung durch ein gnadenloses Kredit- und Handelsembargo, Geheimdienstoperationen inklusive Mordanschläge und die Unterstützung rechter Gruppen und Militärs im Inland aufrechtzuerhalten. Am 11. September 1973 putschte der General Augusto Pinochet mit Unterstützung der CIA und errichtete eine faschistoide Militärdiktatur. Die erreichten sozialen Fortschritte wurden daraufhin mittels eines aus den USA diktierten neoliberalen Programms zerstört, das später in Lateinamerika und weltweit exportiert wurde.
Doch diese damals eingeleitete Phase des Imperialismus, Kapitalismus und Neoliberalismus wird nun endlich ein Ende haben: in Chile hat eine soziale Bewegung – mit den Liedern von damals auf den Lippen – die Pinochet-Verfassung abgeschafft und einen demokratischen und sozialen Verfassungsgebungsprozess erkämpft, Kuba trotzt weiter der Embargo-Politik und ist beispielgebend für ein humanes Gesundheitswesen weltweit, in Kolumbien ist die soziale Bewegung mit Generalstreik für Frieden uns soziale Gerechtigkeit auf den Straßen, in Peru gelang die Wahl eines sozialistischen Lehrergewerkschafters zum Präsidenten, Venezuela hält weiter Stand gegen die imperialistischen Angriffe, in Bolivien hat das Movimiento al Socialismo den Putsch zurückgeschlagen und in Brasilien formiert sich eine breite Bewegung zur Überwindung des Bolsonarismus für eine solidarische Zukunft. In Hamburg machen wir uns auf, die Rüstungsexporte über den Hamburger Hafen per Volksinitiative zu stoppen, die Austeritätspolitik zu beenden und in Berlin stimmt die Bevölkerung im September über die Vergesellschaftung der Wohnungskonzerne ab.
Wir wollen mit der Kundgebung an den chilenischen Aufbruch von damals, die Brutalität des Imperialismus (bis heute) und die darauf folgende internationale Solidarität erinnern. Wir wollen diskutieren, wie wir Imperialismus und neoliberalen Kapitalismus in Lateinamerika und hier überwinden und eine friedliche, sozial gerechte und antirassistische Welt aufbauen können. Unter anderem mit Musik, Rede- und Kulturbeiträgen von damals und heute in Lateinamerika und international Aktiven.
Für einen neuen Aufbruch. Eine andere Welt ist möglich!
Am Samstag den 11.9.2021, ab 14 Uhr auf dem Allende-Platz
Organisiert von: Asamblea Abierta Chile Despertó, Waj Mapu – für die Menschenrechte der Mapuche, Referat für internationale Studierende im AstA der UHH, International solidarisch: Schluss mit Austerität, Inti Taklla, Piñera a La H aya Europa, Voz Latina Hamburg, Colombia Solidaria

Akteure und Konzepte des antifaschistischen Widerstandes in Deutschland 1933 – 1945

John Heartfield, 1937: „Gewidmet dem ‚Schwarzsender‘, der Abend für Abend ‚trotz Gestapo‘ den Kampf für Frieden, Freiheit und Demokratie führt.“

Akteure und Konzepte des antifaschistischen Widerstandes in Deutschland 1933 – 1945

Vortrag und Diskussion mit Prof. Dr. Joachim Hösler (Uni Marburg)

10. September 2021, 18 Uhr, Hörsaal im Fachbereich Sozialökonomie der Uni Hamburg (ehemalige HWP), Von-Melle-Park 9, 20146 Hamburg

„Und was will die Volksfront? Ganz einfach: sie will für das Volk, nicht gegen das Volk regieren, sie will dem Volk geben, was ihm zukommt, sie will den Frieden und die Freundschaft mit allen Völkern. Sie will, dass jeder wieder etwas zu sagen hat und mitreden und mitbestimmen darf. Der Arbeiter soll was zu sagen haben, wie es mit dem Lohn und der Arbeitszeit ist, der Bauer, wie es mit der Landwirtschaft steht, der Kaufmann und der Handwerker, der Beamte und der Soldat, alle sollen das Recht haben, zu sagen was sie denken und wollen. Das ist es, was man demokratische Rechte nennt. Ein solcher demokratischer Staat, eine solche Volksfrontrepublik, in der das Volk zu Wort und zu seinem Recht kommt, das ist das Ziel, das wir uns setzen müssen. […] Solch ein Staat wird reich sein, weil er vom Volke regiert wird und das Volk reich macht, weil er für die Bedürfnisse des Volkes, nicht für den Profit der grossen Fabrikanten und Bankiers arbeitet. Das klingt fast zu schön, um wahr zu sein – aber so schön es ist, es kann wahr werden und es wird wahr werden, wenn sich jeder auf seine Kraft besinnt, wenn er sich sagt: jawohl, ich will auch mitzubestimmen haben, wenn er sich einreiht in die Volksfront, die für eine schöne und bessere Zukunft – für ein freies, friedliches, glückliches Deutschland kämpft. Was kommt nach Hitler? Wir – wir alle! Die Zukunft wird unser sein!“
Ausschuß der Freunde einer deutschen Volksfront in Großbritannien, Frühjahr 1939; der Aufruf wurde in tausenden Exemplaren mit Briefen an Empfänger im deutschen Reichsgebiet gesandt

Mit weitreichenden Ambitionen für ein ziviles, demokratisches und soziales globales Zusammenleben realisierte eine weltumspannende antifaschistische Allianz gegen die faschistische Barbarei Humanität. Die Wehrmacht wurde so zur bedingungslosen Kapitulation am 8. Mai 1945 gezwungen. Dieser Tag der Befreiung von deutschem Faschismus und Weltkrieg muss deswegen auch in der BRD endlich ein Feiertag werden!

Für die heutige Verwirklichung „einer neuen Welt des Friedens und der Freiheit“ (Schwur der ehem. KZ-Häftlinge von Buchenwald, 1945) ist es von immenser Bedeutung, dass es entgegen der staatsoffiziellen Behauptung der „Kollektivschuld“ zwischen 1933 und 1945 in Deutschland eine antifaschistische Widerstandsbewegung gab. Denn sie zeigt uns: selbst die brutalste Form eines Systems von Ausbeutung, Konkurrenz, Krieg und Genozid – der Faschismus – ist weder Naturgesetz noch allmächtig: Widerstand ist immer eine notwendige Möglichkeit.

Wie aber sah der antifaschistische Widerstand im faschistischen Deutschland aus? Aufklärung mit Flugblättern und Zeitungen, Sabotage und Langsamarbeiten, Verstecken und Unterstützen von Verfolgten und Zwangsarbeiter*innen, Attentate auf Hitler (u.a. durch Georg Elser 1939), Widerstandsarbeit in den KZs bis hin zur Selbstbefreiung der KZ-Häftlinge in Buchenwald, Deserteure, klandestines Swing-Tanzen und Rezipieren humanistischer Kultur, Emigrant*innen wie Thomas Mann mit seinen Radioansprachen „An die deutschen Hörer“, etc.
Der Widerstand in Deutschland wurde getragen von der kommunistischen, sozialdemokratischen und gewerkschaftlichen Arbeiter*innenbewegung in Verbindung mit bürgerlich-humanistischen Kräften, antifaschistischen Christ*innen und den von den Nazis als jüdisch, homosexuell, asozial, Sinti und Roma etc. Verfolgten, sowie zahlreichen (internationalen) Zwangsarbeiter*innen. Sie haben aus der Befürwortung des Lebens ihre Kraft geschöpft, aus der Gewissheit, dass sie diesen Kampf gemeinsam mit Menschen aus der ganzen Welt führen und dass Freiheit, Gleichheit und Solidarität siegen werden über Menschenfeindlichkeit, Gehorsam und Opportunismus.
Aus ihrem Kampf zu lernen und ihr Anliegen in gesellschaftliche Tat umzusetzen, ist heute unser Auftrag. Er beginnt dabei, ihr Wirken gegen allerlei Lügen vom „Schlussstrich“ oder „Vogelschiss“ in die tätige Erinnerung zu rufen.

Dies wollen wir anlässlich des „Tags der Opfer des Faschismus“ diskutieren, der von Überlebenden direkt nach der Befreiung zum Erinnern, Mahnen und Diskutieren aller Strömungen des Widerstands und der Verfolgten 1945 ins Leben gerufen wurde – in dieser Weise das erste Begehen eines Tages der Befreiung in Deutschland.

Für Vortrag und Diskussion haben wir Prof. Dr. Joachim Hösler eingeladen. Er wird die Akteur*innen des antifaschistischen Widerstandes lebendig machen hinsichtlich ihrer Aktivität und Konzepte. Weiter geht es um Gründe des Scheiterns der Einheitsfront der Arbeiterbewegung 1933 sowie die spätere Kooperation aller Widerstandskräfte: welche inhaltliche Stoßrichtung und neue Qualität bildete sich in dem Zusammenschluss unter und gegen widrigste Bedingungen faschistischen Terrors? Was waren die Nachkriegskonzepte im Widerstreit zwischen Befreiung und faschistischen Kontinuitäten? Welche geschichtspolitische Bedeutung hat das Thematisieren und Bearbeiten der (sozialökonomischen) Ursachen des Faschismus und der antifaschistischen Widerstandsbewegung heute?

Aus der Diskussion dieser Fragen wollen wir Schlussfolgerungen für heute ziehen und diskutieren, warum und wie wir den 8. Mai hamburg- und bundesweit zum offiziellen und gelebten Feiertag machen.

Dr. Joachim Hösler ist Politikwissenschaftler und Historiker, der außerplanmäßiger Professor für Neuere und Osteuropäische Geschichte an der Universität Marburg ist und vor allem zur Geschichte und zum politischen System der Sowjetunion (u.a. zur Geschichtswissenschaft) und Russlands im 20. Jahrhundert arbeitet. Er ist Mitglied des Bundes demokratischer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler und hat u.a. bei Reinhard Kühnl studiert.

Eine Veranstaltung des Hamburger Ratschlags für den 8. Mai als Feiertag: www.8mai-hamburg.de

Fakultäts- und Fachbereichsratswahlen 2021

Noch bis zum 09. Juli können alle Studierenden ihre Vertreter:innen in den Fakultäts- und Fachbereichsräten wählen. Für die demokratische, sinnvolle und erfreuliche Entwicklung der Uni und des Studiums haben wir alle und unsere Wahl Bedeutung. Deshalb rufen wir euch auf: Beteiligt euch an den Wahlen und wählt die kritischen Fachschaftsaktiven!

Als Mitglieder des Fachschaftsrats Sozialökonomie kandidieren wir auf der Liste „Für kritische Wissenschaft und Interdisziplinarität“ für den Fakultätsrat und den Fachbereichsrat. Wir wirken im Fachschaftsrat, den Gremien der demokratischen Selbstverwaltung und in verschiedenen Bündnissen und Initiativen (an der Hochschule) für…

  • kritische Wissenschaft in gesellschaftlicher Verantwortung!
  • sofortige Öffnung der Universität in solidarischer Präsenz!
  • Studienreform für emanzipatorische Bildung!
  • bedarfsdeckende und Entwicklung ermöglichende öffentliche Finanzierung!

Denn es kann ganz anders und gut werden (sozial, friedlich, demokratisch, kulturvoll
– und damit menschengemäß und erfreulich), wenn wir uns gemeinsam dafür einsetzen!

Unser ganzes Programm, sowie die Kandidierenden, könnt ihr euch hier anschauen: Programm-final

Gewählt werden kann noch bis Freitag, 09.07.2021, 14 Uhr – nur per Brief. Der Brief kann auch persönlich im Wahlamt, im Mittelweg 177, abgegeben werden.


Genauere Informationen zu den Gremien:

Der Fakultätsrat ist das höchste, demokratisch gewählte Selbstverwaltungsgremium der Fakultät für Wirtschafts- und Sozialwissenschaften. Er trifft wichtige Richtungsentscheidungen über die Struktur und Entwicklung von Studium, Lehre und Forschung. Insgesamt werden 19 Fakultätsratsmitglieder (mit jeweils einer Stellvertretung) gewählt: 10 Professor:innen, 3 Wissenschaftliche Mitarbeiter:innen, 3 Mitglieder des Technischen und Verwaltungspersonals und 3 Studierende).

Der Fachbereichsrat ist das zentrale demokratisch gewählte Selbstverwaltungsgremium auf Ebene des Fachbereichs Sozialökonomie. Er setzt sich aus dem bzw. der Fachbereichssprecher:in, vier Professor:innen aus den vier Fachgebieten, sowie je einem bzw. einer Vertreter:in des wissenschaftliches Personals, des Technischen und Verwaltungspersonal und der Studierenden zusammen.

 

Offener Brief für die Öffnung aller Hamburger Hochschulen in geschützter Präsenz

Offener Brief für die Öffnung aller Hamburger Hochschulen in geschützter Präsenz

(der offene Brief kann hier unterzeichnet werden: https://offene-hochschulen-hamburg.de/)

An die Hochschulleitungen der Hamburger Hochschulen,                                                                                23.03.2021
An die Behörde für Wissenschaft, Forschung, Gleichstellung und Bezirke,

Als Fachschaftsräte und Studierende verschiedener Hamburger Hochschulen, als aktiver Teil der studentischen Selbstverwaltung und Mitglieder der Hochschulen fordern wir den Übergang zu geschützter Präsenzlehre im Sommersemester 2021. Als wissenschaftliche Einrichtungen tragen Hochschulen die Verantwortung, ihre Forschung und Lehre im Sinne des Allgemeinwohls auszurichten. Dazu gehört die (Aus-)Bildung mündiger Persönlichkeiten, die kritische Reflexion von gesellschaftlichen Missständen, sowie die Entwicklung konstruktiver Lösungsansätze – gerade in Krisenzeiten. Um zur Verwirklichung dieser Ziele beizutragen, sind sie demokratisch verfasst und brauchen adäquate Bedingungen wie den aktiven Austausch zwischen allen Mitgliedern der Hochschule.

Zentrale Voraussetzungen für psychische und physische Gesundheit im Weltmaßstab sind der Zugang zu einer umfassenden Gesundheitsversorgung und gesunder Nahrung, soziale Sicherheit, angemessene Wohnverhältnisse, Zugang zu Kultur, Bildung und demokratischer Mitgestaltung und der produktive Austausch mit anderen Menschen. Voraussetzungen, die gesellschaftlich hergestellt werden müssen. Als Hochschulen ist es unsere Aufgabe, dazu beizutragen, dass wir als Menschheit einen Schritt vorankommen bei der Bekämpfung von Krankheiten und der Realisierung der Menschenrechte. Keine Aufgabe ist zu groß, als dass sie nicht durch kollektives Engagement gelöst werden kann. Die fortgesetzte Schließung der Hochschulen bremst.

Wir möchten in diesem Zusammenhang exemplarisch an die Leitbilder für Lehre erinnern, die sich die Hochschule für Angewandte Wissenschaft und die Universität Hamburg gegeben haben:

Von der Universitätsleitung wird erwartet, dass sie die Rahmenbedingungen für gute Lehre mit dem Ziel sicherstellt, […] die Universität für alle Menschen als einen Ort lebenslangen Lernens zu erhalten und weiter zu entwickeln(aus dem Leitbild universitärer Lehre der Universität Hamburg)

Wir leben eine demokratische und friedliche Kultur, in der wissenschaftliche Kritik, ethische Reflexion sowie der gesellschaftspolitische Bezug die Themen und Prozesse akademischen Lernens durchdringen. Unsere Hochschule ist ein Ort, an dem sich Menschen mit ihren unterschiedlichen Perspektiven offen begegnen(aus dem Leitbild für Bildung, Studium und Lehre der Hochschule für Angewandte Wissenschaften)

Die entsprechenden Hygienekonzepte für die Wiedereröffnung der Hochschulen liegen seit vielen Monaten vor, sind teilweise erprobt und können um Schnelltests und um den Einbau von leistungsfähigen Luftreinigungsanlagen ergänzt werden. Eine Verlängerung der Schließung der Hochschulen ist vor diesem Hintergrund unverantwortlich und schlichtweg schädlich.

Die Möglichkeiten für geschützte Präsenz im Sommersemester 2021 müssen sorgfältig genutzt und ausgebaut werden. Wir fordern Sie daher auf, einheitliche Standards für die Hamburger Hochschulen zu schaffen und umzusetzen:

  • Präsenzlehre im Sommersemester muss ermöglicht werden. Für studiengangrelevante Lehrformate müssen Präsenzveranstaltungen mit Hybrid- Optionen angeboten werden. Dazu zählen Labore in den Naturwissenschaften und technischen Studiengängen, genauso wie Seminare in den Sozial-, Geistes-, Kulturwissenschaften. Für die Umsetzung in Präsenz- und Hybridformaten sollten kreative Lösungen erarbeitet
  • Orientierungseinheiten müssen in Präsenz stattfinden dürfen. Eine angemessene Orientierung an der Hochschule, im Studiengang und unter den Kommiliton*innen gelingt nur in Präsenz. Die Durchführung von Orientierungseinheiten in geschützter Präsenz muss ermöglicht und unterstützt
  • Bibliotheken und Lernräume müssen sofort geöffnet werden. Der Zugang zu Literatur und angenehme räumliche Arbeits- und Lernbedingungen sind zentrale Voraussetzungen für ein Hochschulstudium. Der Zugang zu Bibliotheken und Gebäuden mit entsprechenden Einzel- und Gruppenarbeitsräumen ist zu den regulären Öffnungszeiten der Gebäude zu gewährleisten.
  • Arbeitsinfrastruktur und soziale Infrastruktur müssen bereitgestellt werden. Angemessene räumliche und technische Bedingungen für ein sinnvolles Studium können nicht vorausgesetzt werden. Geöffnete Mensen, der Campus als Ort der Begegnung, öffentliche Computerarbeitsplätze und Druck- und Kopiermöglichkeiten sind ebenso notwendige Bedingungen für ein inklusives und produktives Studium wie der Zugang zu den entsprechenden
  • Gremien müssen in Präsenz tagen können, Fachschaftsratsbüros sind zu öffnen. Die Arbeit in den Gremien der akademischen und studentischen Selbstverwaltung, wie beispielsweise in den Fachschaftsräten ist das konstitutive Element der demokratischen Hochschulorganisation. Dort werden die Belange der Mitglieder der Universität diskutiert und Sie müssen in Präsenz stattfinden können, da nur so ein konstruktiver Austausch möglich ist.

Bei der Gestaltung der Öffnung der Hochschulen wollen wir gerne durch unsere Gremienarbeit mitwirken, wir fordern Sie ebenfalls dazu auf. Um gemeinsam zu beraten und zu diskutieren, wie wir unserer Verantwortung als Hochschulen in dieser Zeit gerecht werden können bitten wir Sie um ein zeitnahes Gespräch.

Mit freundlichen Grüßen,

Fachschaftsrat Erziehungswissenschaft (UHH)
Fachschaftsrat Lehramt (UHH)
Fachschaftsrat Soziale Arbeit (HAW)
Fachschaftsrat Sozialwissenschaften (UHH)
Fachschaftsrat Sozialökonomie (UHH)
Fachschaftsrat des Hochschulübergreifenden Studiengangs Wirtschaftsingenieurwesen (HWI)

International Solidarisch: sozial verantwortliches Studieren statt Hochschul-Lockdown

[pour la version francaise veuillez regarder en bas]
International Solidarisch: sozial verantwortliches Studieren statt Hochschul-Lockdown | Diskussion mit studentischen Aktiven aus Frankreich und Deutschland
Teilnahme-Link: https://uni-hamburg.zoom.us/j/96023461575
Wenn man der deutschen und der französischen Regierung Glauben schenken möchte, dann ist es zurzeit die oberste Pflicht von Studierenden, zuhause zu bleiben und damit einen vermeintlichen Beitrag zur Eindämmung von Covid19 zu leisten. Dabei brauchen wir gerade jetzt demokratische und geöffnete Hochschulen, um Lösungen für die aktuelle Krise zu erarbeiten. Wir müssen diskutieren, wie ein Ausbau des Gesundheitswesens gelingen kann, wie gegen die steigende Arbeitslosigkeit Arbeitszeitverkürzungen durchgesetzt und die Gewerkschaften gestärkt werden können und wie wir das Patentrecht auf Pharmazeutika abschaffen oder zumindest aussetzen, damit weltweit genügend Impfstoff produziert werden kann. Es wird immer deutlicher: Gesundheit und die sozialen Interessen der Bevölkerung sind kein Gegensatz, sie werden gemeinsam realisiert (gegen die Interessen des Kapitals) oder gar nicht.
Um gegen die unerträgliche soziale Lage der Studierenden und die hergestellte Isolation zu protestieren gehen in Frankreich trotz staatlicher Repressionen seit einigen Wochen in mehreren Städten hunderte Studierende auf die Straße. Sie demonstrieren für soziale Absicherung, sinnvolle Studienbedingungen und eine Öffnung der Universitäten und fordern 1,5 Milliarden Euro Investitionen in die Hochschulen. In Lyon haben Studierende ihre Universität besetzt, um sie für das gemeinsame Lernen zu öffnen, um von dort aus gemeinsam an den digitalen Seminaren teilzunehmen, zu diskutieren und um einen Bezugs- und Anlaufpunkt in der Stadt zu bilden. Auch in Griechenland und Spanien protestieren Studierende seit einigen Wochen gegen die neoliberalen Angriffe auf die Hochschulen. Was die Proteste eint ist die Perspektive für grundlegende, über den Lockdown und den prekären Status quo hinausweisende Verbesserungen. Verbesserungen, die am Ende allen zugutekommen.
Bei der Veranstaltung wollen wir mit Kommiliton*innen aus Frankreich diskutieren, wie die Mobilisierung entgegen der Isolation und den staatlichen Repressionen gelingt und woher sie die Überzeugung und die Hoffnung für die Proteste nehmen. Wir wollen uns fragen, was die Perspektive für die Kämpfe über den Lockdown hinaus ist und was wir bei alledem voneinander lernen können.
Im FZS Schnelsen, Wählingsallee 16
Anmeldung bei: fsrsowihh@posteo.de
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Solidarité internationale : oui à des études socialement responsables, non à la fermeture des facs | Discussion avec des militant.e.s étudiant.es de France et d’Allemagne
À en croire les gouvernements français et allemand, le plus grand devoir des étudiant.es serait actuellement de rester chez soi et d’apporter ainsi une supposée participation à l’enrayement de l’épidémie de covid-19. C’est pourtant justement en cette période que nous avons besoin d’universités ouvertes et démocratiques pour élaborer des solutions à la crise actuelle. Nous avons besoin de discuter de la façon dont un renforcement du système de santé publique peut durablement réussir, de la façon dont des réductions du temps de travail peuvent être adoptées face à l’augmentation du chômage et de la façon dont le droit des brevets sur les produits pharmaceutiques peut être aboli, ou au moins suspendu, afin qu’assez de vaccins puissent être produits à l’échelle mondiale. Cela devient de plus en plus évident : la santé et les intérêts des populations ne sont pas en contradiction, mais sont réalisés ensemble, contre les intérêts du capital, ou ne sont pas réalisés du tout.
Afin de protester contre la situation sociale insoutenable et l’isolement créé par des décisions politiques, depuis des semaines, des centaines d’étudiant.es descendent dans la rue dans plusieurs villes de France, et ce, malgré la répression de l’Etat. Iels manifestent pour plus de protection sociale, des conditions d’étude sensées et la réouverture des universités. De plus, iels exigent 1,5 milliard d’euros d’investissement dans les universités et les conditions de vie étudiantes. En Grèce et en Espagne également, les étudiant.es manifestent depuis plusieurs semaines contre les attaques néolibérales envers les établissements d’enseignement supérieur. Ce qui est commun à ces contestations, c’est le désir d’améliorations profondes, répondant aux problématiques du confinement mais aussi dépassant le statu quo précaire. Des améliorations qui finiront par bénéficier à tout le monde.
Lors de la rencontre, nous souhaitons discuter avec des camarades français.es et allemand.es de la façon dont la mobilisation contre l’isolement et la répression de l’Etat réussit. D’où viennent la conviction et l’espoir qui poussent à aller manifester ? Nous voulons nous demander quelles sont les perspectives pour les luttes à venir après le confinement et la façon dont elles peuvent s’organiser à l’échelle franco-allemande.

Wahlen zum Fakultäts- und Fachbereichsrat

Momentan finden die Wahlen zu den Fakultäts- und Fachbereichsratswahlen statt – wir möchten euch noch einmal aufrufen euch mit den Wahlen auseinanderzusetzen, von eurem Wahlrecht Gebrauch zu machen und ermuntern die zwei blauen Briefe bis spätestens zum 9.7. abzuschicken.
 
Da die Universität, sowie auch die WiSo-Fakultät und der Fachbereich Sozialökonomie sich durch u.a. diese Gremien selbstverwalten, sind diese und auch die Wahlen überaus bedeutsam für die Ausrichtung und Entwicklung der Universität.
 
Als Aktive des FSR Sozialökonomie kandidieren wir sowohl für den Fachbereichsrat, als auch den Fakultätsrat. Als studentische Interessensvertretung in den Gremien streiten wir vor allem für kritische Wissenschaft, emanzipatorische Bildung für Alle, gute materielle Grundlagen für die Studierenden, demokratische Strukturen, gegen Rechts und für eine bedarfsdeckende Ausfinanzierung der Uni. Hier findet ihr exemplarisch unser Programm “Menschlich: Weniger Markt, mehr Demokratie, Recht auf Arbeit – auch an der Hochschule!”, mit welchem wir gemeinsam mit aktiven Studierenden aus der VWL und der SoWi, für den Fakultätsrat kandidieren.
 
Ebenso findet ihr hier noch einmal den offiziellen Wahlaufruf der Uni, in dem noch einmal ausführlicher erläutert wird, was der Fakultäts- und der Fachbereichsrat eigentlich sind und welche Bedeutung die Wahlen und die Gremien haben. 

Stud. Vollversammlung am 24.6.2020 und Resolution

Am 24.06.2020 fand unsere studentische Vollversammlung des Fachbereich Sozialökonomie statt, an der ca. 40 Leute in Präsenz und einige weitere online teilnahmen. Es ist deutlich geworden, dass es einen riesengroßen Bedarf nach Diskussion und Austausch jenseits von Zoom-Seminaren und asynchroner Lehre gibt – insbesondere auch bei Erstsemester-Studierenden.

Wir haben uns zunächst gemeinsam darüber geärgert, dass man durch das Digitalsemester schlecht mit seinen Kommiliton*innen in Kontakt treten kann, sowohl in den Kursen als auch darüber hinaus. Davon ausgehend haben wir diskutiert, wie Studium, Uni und Wissenschaft anstattdessen gestaltet sein müssen, damit sie zu einer positiven Lösung dieser Krise beitragen. Wir haben diesbezüglich diskutiert, dass es kritische Wissenschaft braucht und Studium als Teil dieser verstanden werden muss und wir uns in den Kursen mehr mit aktuellen Problemen wie Arbeitslosigkeit, Armut, Krieg, Rassismus, usw. beschäftigen wollen und müssen. Wir haben diskutiert, dass es dafür eine solidarische Uni braucht (gerade in diesen Zeiten) und es statt um Prüfungen und Leistungspunktejagd mehr um gemeinsames, sinnvolles Lernen und emanzipatorische Bildung gehen muss. Und wir haben diskutiert, dass wir dafür auch schnellstmöglich wieder zur Präsenzlehre zurückkehren müssen – da ein weiteres digitales Semester und Lehrveranstaltungen “als Youtube-Videos” schwer aushaltbar und nicht sinnvoll sind. Aufbauend auf diese Diskussionen haben wir schließlich diese Resolution als Vollversammlung beschlossen.