Wahlaufruf zum Studierendenparlament und Akademischen Senat des FSR Sozialökonomie

Fachschafsräte sind ein zentraler Teil der studentischen Selbstverwaltung. Für eine progressive, solidarische Interessenvertretung aber, spielen das Studierendenparlament und der akademische Senat auch eine wesentliche Rolle. Daher möchten wir dazu auffordern von eurem Wahlrecht Gebrauch zu machen und selbst aktiv zu werden.

Die aktuelle Krise ist keine Naturkatastrophe. Sie macht vielmehr wie ein Brennglas deutlich wo die Probleme, in unserer aktuellen Gesellschaft liegen und bisher auch schon lagen. Wir sind vor die Herausforderung gestellt, eine neue Stufe von Kooperation und Gesellschaftlichkeit zu realisieren um die Verhältnisse zu überwinden, die diese Krise hervorgebracht haben. Dafür braucht es eine ausfinanzierte und lebendige Universität, an der ohne Selektion zur Lösung gesellschaftlicher Probleme beigetragen wird.

Um die Auseinandersetzung darum zu führen, sind an der Universität demokratische Mitbestimmungsgremien erkämpft, von denen zwei aktuell zu wählen sind:

Das Studierendenparlament (StuPa) ist das wesentliche Organ der studentischen Interessensvertretung. Dieses Parlament wählt den allgemeinen Studierendenausschuss (AStA), diskutiert und beschließt seine politischen Richtlinien und verfügt über den Haushalt der Studierendenschafft. Dabei ermöglicht es allen Studierenden regelmäßige gemeinsame Auffassungsbildung über Fachbereichs- und Fakultätsgrenzen hinweg Die Wahl war bis zum 04. Januar als Briefwahl möglich und wird als Urnenwahl vom 11.–15. Januar fortgesetzt.  Zum Wählen braucht Ihr nur euren Studierendenausweiß und könnt dann zu einem der Urnenstandorte gehen. (Mindestens im Audimax wird es eine Wahlmöglichkeit geben)

Der Akademische Senat (AS) ist das höchste Uni-Gremium. Es diskutiert Grundsatzfragen der Uni-Entwicklung und hat Beschlussrechte (z.B. zu Prüfungsordnungen, Mittelverteilung, Entwicklung der Uni etc.). Der AS ist aus Professor*innen, Studierenden, wissenschaftlichen Mitarbeiter*innen und Mitgliedern des Technischen-, Verwaltungs- und Bibliothekspersonals zusammengesetzt. Die Wahl ist eine Briefwahl, bei der wir unsere studentischen Vertreter*innen für den AS wählen können. Die Wahlunterlagen sind euch inklusive eines freigemachten Rückumschlags vom Wahlamt zugeschickt worden. Die ausgefüllten Wahlunterlagen müssen bis spätestens 15. Februar 2021, 14.00 Uhr beim Wahlamt eingegangen sein. Das Wahlamt befindet sich im Mittelweg 177, Raum S 4058, 20148 Hamburg.

Für eine progressive Interessenvertretung halten wir als FSR folgende Aspekte für beachtenswert:

Gesellschaftlich verantwortliche Wissenschaft: Forschung, Lehre und Bildung muss im Sinne der Sustainable Development Goals der Vereinten Nationen, denen sich die Universität Hamburg verpflichtet, dazu dienen die gesellschaftlichen Probleme zu rationalisieren und Lösungen für sie zu entwickeln. In dieser Pandemie hieße das, zu problematisieren, dass die bisherigen Lockdown-Maßnahmen sozial und gesundheitlich katastrophal sind, zu untersuchen wie Covid-19 in Australien, Neuseeland, Japan, Südkorea und Kuba bereits nahezu überwunden werden konnte, aber auch wie profitorientierte Produktionsverhältnisse und prekäre Arbeits- und Lebensbedingungen diese Krise erst hergestellt haben. Die aktuelle Politik verschärft nämlich vor allem lange bestehende Krisen. Wissenschaft muss deshalb, woraufhin an diesem Fachbereich das Themensemester „Gesellschaftlichen Polarisierung in Zeiten von Corona“ bereits hinarbeitete, fragen, wie verbessern wir die Situation in unseren Krankenhäusern und Pflegeheimen? Wie setzen wir zur Überwindung der Arbeitslosigkeit Arbeitszeitverkürzung und Lohnausgleich durch? Wie schaffen wir eine öffentliche Daseinsvorsorge und bezahlbaren Wohnraum für alle? Und wie setzen wir nicht vereinzelt im Konsum, sondern gesellschaftlich der Klimakrise etwas entgegen?

  • Solidarsemester: Ein Solidarsemester sollte für ein Semester in dem nur digitale Lehre angeboten wird, von uns allen gefordert werden, da knapp 1/5 von uns keine adäquaten Arbeitsplätze in unseren Wohnungen haben bzw. keine adäquate technische Ausrüstung um am Digitalsemester teilzunehmen. Durch eben diese digitale Lehre werden Prüfungsdruck und individualisiertes Lernen in der sozialen Realität der Kontaktbeschränkung nun noch stärker zum studentischen Alltag. Zudem haben 40% aller Studierenden ihren Job verloren und stehen dadurch vor enormen finanziellen Problemen. Notwendige Reformen sind weniger Prüfungen mit mehr Versuchen, Bafög das zu Leben reicht, für alle und finanzielle Unterstützung für zusätzliche Aufwendungen durchs Online-Studium. Gegen Selektion und Konkurrenz braucht es eine Ausfinanzierung der gesamten Universität und ein Ende der Schuldenbremsenpolitik.
  • Präsenzsemester: Bildung braucht Präsenz. Die fortgesetzte Schließung der Universität Hamburg ist gesamt-gesellschaftlich extrem schädlich und aus Sicht des Infektionsschutzes nicht zu rechtfertigen. Lernen gelingt in Auseinandersetzung mit Anderen. Durch kontroverse Diskussionen können neue Erkenntnisse gebildet werden. Auch das gemeinsame Essen in der Mensa hat dafür Bedeutung. Das Online Semester dagegen vereinzelt und macht unkonzentriert. Auch haben viele Zuhause gar keinen geeigneten Arbeitsplatz.

Die in Präsenz durchgeführten Orientierungseinheiten des Wintersemesters, haben gezeigt, dass es möglich ist Präsenzlehre unter Einhaltung der Hygienekonzepte durchzuführen und dass wir Studierenden verantwortungsbewusst miteinander umgehen und es somit zu keinen Infektionen kam.

Deswegen sollte die Universität unter Beachtung der Hygienekonzepte die geplante Präsenzlehre des Wintersemesters durchführen, das Sommersemester mit möglichst viel Präsenzlehre planen und die Universitätsgebäude, wie z.B. die Bibliotheken schnellstmöglich, unter Einhaltung des Hygienekonzeptes, wieder öffnen.

 

Die Selbstdarstellungen der zum StuPa kandidierenden Listen findet ihr hier: https://www.stupa.uni-hamburg.de/archiv/03-wahlen/wahl-21-22/wahlzeitung.pdf

Eine Übersicht der Urnenstandorte für die StuPa-Wahl findet ihr auf unserer Webseite: https://fsr-sozialoekonomie.de/

Als FSR treffen wir uns jeden Mittwoch um 14 Uhr. Alle sind herzlich eingeladen dazu zu kommen! Schreibt gern eine Mail, wenn ihr dazu kommen möchtet: fsr-sozoek@uni-hamburg.de

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