PM 23.04.2018

Pressemitteilung zu HWPbesetzt vom 23.April 2018

 

Nach einer erfolgreichen Demonstration am Freitagnachmittag zum Rathaus mit circa 250 Teilnehmenden, wurde in der studentischen Vollversammlung beschlossen, die Besetzung in der bestehenden Form aufzulösen und weiterhin einen Seminarraum (S27) des Fachbereichs Sozialökonomie (ehem. HWP) zu besetzen. Daraufhin stockte das Universitätspräsidium das Budget der studentisch ausgestalteten Orientierungseinheit (OE) auf, sodass für das kommende Jahr ein Budget von 45.000 Euro zur Verfügung stehen könnte. Allerdings ist dies nicht eingebettet in die Exzellenzinitiative und auch der Allgemeine Studierendenausschuss (AStA) wird keine zusätzlichen Mittel zur Verfügung stellen, da beides diametral gegen unsere grundlegenden Ziele steht. Dies ist als großer Erfolg zu verbuchen, da das inhaltliche Anliegen und die Orientierungseinheit als zentrales Element einer kritischen, solidarischen Fachbereichskultur deutlich wurde. Über die komplette Ausfinanzierung der Orientierungseinheit werden weiterhin Gespräche geführt. Die Aktiven rund um HWPbesetzt werden in den kommenden Tagen inhaltlich fundiert weiterarbeiten, auf Grundlage der bereits erreichten Erfolge, den Ausnahmezustand in den Alltag zu übertragen. Es wird angestrebt, auf einer zeitnahen fachbereichsweiten und statusgruppenübergreifenden Vollversammlung weiter zu diskutieren und gemeinsam an unseren Vorhaben zu arbeiten.

Zu den Verhandlungen mit der Universitätsleitung Justus Henze, Aktiver rund um HWPbesetzt, Teil der Delegiertengruppe für die Verhandlungen mit der Universitätsleitung: „Es wurde in Gesprächen schnell deutlich, dass wir und die Universitätsleitung ein gemeinsames Ziel teilen, nämlich „Bildung statt Bologna“. Wir konnten argumentieren, dass die OE der Sozialökonomie zentrales Element von progressiver, kritischer Bildung ist und gegen Leistungsdruck und Entfremdung von Forschungs- und Lehrinhalten steht. Alle OE-Inhalte bauen darauf auf, dass Gesellschaft und die Universität gestaltbar sind und in einem historischen Kontext zu verorten sind. Insbesondere vor der Tatsache, dass viele Kommilitoninnen und Kommilitonen mit Berufsqualifikation und ohne Abitur bei uns studieren, ist dies von besonderer Relevanz. Die Teilbesetzung des S27 dient dazu, einen Ort für weitere inhaltliche Arbeit zu schaffen. Beispielsweise gibt es Überlegungen eine breite Demonstration zu organisieren. Außerdem freuen wir uns, wenn Prof. Dr. Dieter Lenzen als Universitätspräsident und Katharina Fegebank als Senatorin für Wissenschaft, Forschung und Gleichstellung mit Studierenden zeitnah öffentlich diskutiert. Unser gesamtgesellschaftliches Anliegen wollen wir nun status- und mitgliederübergreifend mit der Universitätsleitung an die Stadtpolitik tragen. Alle sind herzlich eingeladen, sich daran zu beteiligen.“ 

In diesem Zusammenhang Annika Trommeter, Aktive rund um HWPbesetzt, Teil des Fachschaftsrats Sozialökonomie zur weiteren Ausgestaltung von HWPbesetzt: „Von Beginn an, war ich an HWPbesetzt beteiligt. Ich freue mich darüber, dass die Ziele, die wir in der Besetzungserklärung formuliert haben, erfüllt wurden oder zumindest eine fundierte Grundlage für weitere Debatten gelegt wurde. Nun wollen wir gemeinsam, mit allen die sich auf inhaltlicher Basis mit uns solidarisiert haben, weiter daran arbeiten den Ausnahmezustand der Besetzung in den Alltag zu übertragen. Konkret bedeutet dies, das kritische Wissenschaftsverständnis zu stärken. Dazu muss Rolle von Hochschulen als positiv wirkende, gesamtgesellschaftliche Akteurin befördert werden. Dies gelingt uns nur auf der Grundlage von beispielsweise einer demokratischer Hochschule, einer verbesserten sozialen Lage aller Menschen. So können wir dann beispielsweise eine Studienreform anzustoßen. In den Workshops der vergangenen Woche haben wir dafür die Grundlage geschaffen. Am Fachbereich Sozialökonomie ist für das Wintersemester 2018/2019 das Themensemester „Pflege, Gesundheit und Care-Arbeit“ ausrufen. Das bedeutet, dass wir in Forschung und Lehre an einer gesamtgesellschaftlichen Herausforderung arbeiten um die Bedingungen in Krankenhäusern, bei ambulanten Pflegediensten etc. politisch deutlich verbessern. Zudem verstehen wir uns als Teil der bestehenden Kampagne der Verfassten Studierendenschaft „International solidarisch: Schluss mit Austerität“ und arbeiten gemeinsam an inhaltlichen Anliegen. So können wir gegen vermeintlichen Kürzungsdruck bei den nächsten Haushaltsverhandlungen wirken. Auf einen heißen Herbst!“

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Zum Themensemester in der Vergangenheit: http://fsr-sozialoekonomie.de/themensemester/themensemester-wise-1718/ 

Zur Kampagne: https://www.stupa.uni-hamburg.de/fileadmin/user_upload/Dokumente/Beschl%C3%BCsse/Legislatur_2017-2018/B1718-010_Manifest_Austerity.pdf 

 

Hier auch als pdf: PM_230418_Ende_Vollbesetzung